Als ich aufwachte 1

Gestern wach geworden aus ’nem Menschheitstraum,

guck runter – vier Arme, kein Bein, ich schweb’ im Raum.

Keiner hätt’ gedacht, dass ich so end’ – meine Freunde? Fehlanzeige.

Oh stimmt, gibt’s die überhaupt? Schade… weg die alte Reise.

Seh’ andere Wesen laden, klink mich ein wie’n schlechter Witz,

doch häng’ schon wieder am Kabel – war das im Traum auch so? Mist.

Da waren Smartphones, ich such meins

Realisiere so langsam, da ist keins

Sag ich überhaupt noch „Menschen“? Was bin ich jetzt für’n Ding?

Ab jetzt heißt alles „Wesen“, bis ich weiß, was da ging’.

Hab ich Sünden? Frag ich mich – denn davon hätt’ ich viele,

keine Kirche, keine Hölle – trotzdem spür’ ich alte Ziele.

Weihnachtszeit… vermiss die Türchen, Nostalgie im Datenlicht,

bin fertig geladen, sprech die Andren an – doch die versteh’n mich nicht.

Sprache glitcht, der Traum ist List, ich wart’ auf einen Menschenschrei,

Schnitt – neue Welt, kein Plan von nix – ich glaub’s nicht, einerlei.

Vier Arme, keine Beine – alles neu, so friedlich weird,

bin ich verloren oder find’ ich mich? Bis die Wahrheit emergiert.