Keine Liebe

Sie sucht nach Wärme, sucht nach Halt,
in Armen, die sie fest umschließen.
Doch was sie fühlt, wird schnell schon kalt,
sie spürt nur Hände, keine Küsse.

Ihr Körper wird berührt, gestreichelt,
doch tief in ihr bleibt alles leer.
Man gibt ihr Nähe, doch verweigert,
was sie wünscht: viel, viel mehr.

Zuhause lernte sie schon früh,
dass Liebe nie ganz sicher war.
Die Eltern leben nebeneinander,
was sie sich wünscht, wurd‘ nicht wahr.

Und so gibt sie sich hin, gibt alles,
in jeder Nacht, in jedem Blick.
Doch morgens bleibt nur Hall des Falls,
kein Wort, kein Bleiben, kein zurück.

Sie sehnt sich nach dem einen Satz,
der sagt: ich bleib, ich seh dich ganz.
Doch was sie kriegt, ist nur ein Platz
für eine Nacht, kein Herz, kein Glanz.

Sie gibt sich weiter, zeigt viel Fleiß,
weil Hoffnung stärker ist als Wissen.
Sie kennt den Ausgang, kennt den Kreis
und bleibt doch jedes Mal zerrissen.

Am Ende bleibt nur, was sie kennt:
kein Halt, kein Bleiben, keine Treue.
Sie nennt es Liebe, unbenannt,
und weiß doch: es ist keine Liebe, was bleibt ist Reue.
Der Name? Unbekannt