Was kriege ich in Zeiten der Kriege?
In Zeiten der Kriege, kriege ich genug. Diese Nachrichten wirklich wahr? Fühle mich verflucht.
Aber ist ja klar, jedes Bild bleibt kleben, wie Teer im Haar.
Da sitz ich wieder, flüchte in die nächste Sucht. Echte Menschen auf der Flucht, während wir hier sitzen und scrollen uns dumm. Doom scroll mich Wund.
Doch es wird nicht still, nur lauter im Kopf, dieses Ding ist verflucht, aber geht ja denn wir suchen Flucht in dem Stoff.
Während reale Menschen rennen, mit Leben unterm Arm, versinke ich high in die Couch, tu so, als wär ich warm.
Scham sitzt mit am Tisch, trinkt mit, sagt „Schau wie klein du bist“. Ich nick weil ich’s versteh, aber versteh nicht wie man damit lebt.
Während ich mich wieder high in meine Couch rein lehne und andere um ihr Leben flehen. Aber was will man machen - also ziehe ich weiter.
Dieser Gedanke nur einer von vielen. Was ist wenn ich in diese wirklich rein fiele? Wenn ich meine Augen schließe, sind das Siege - oder nur ein Schnitt?
Ich hör die Toten in den News und zähl mich manchmal mit.
Ich fühl mich schuldig, weil ich fliehe, weil ich flach ins Kissen sink, während irgendwo ein Kind seine Ma fragt was da am Himmel blinkt.
Was passiert nochmal, wenn ich meine Augen schließe? Dieser Gedanke nur einer von vielen. Sticht wie ne Nadel ins Licht, was wenn ich mich zu sehr verliere und keiner merkt, dass in mir was bricht? Oder ist es doch nur ‘ne Pause von wem der in Dauerschleife kifft?
Was wenn ich mich verliere? Großstadt, Häuser voll Geschmiere, überall Parolen als Beton, als wär Hass die neue Zierde. Lauf durch Regen, Spiegel mich in Pfützen und häng vorm Monitor, such nach Frieden in den Wellen, find nur Rauschen in Chor.
Noch habe ich ein Obdach, Schlüssel, Tür, ein bisschen Licht. Doch ich kenn die Kälte draußen, nur sie meinen Namen noch nicht.
Im Fernsehn Karten, Pfeile, Fronten, Bomben, jeder sagt er wüsste Bescheid, ich fühl mich wie ein Statist, der den Abspann viel zu spät begreift. Ich Bau mir Probleme aus Problemen, mit Legosteinen herbei, nenne es Selbstschutz, bis ich merke da ist nur Flucht dabei.
Ich sag „Morgen hör ich auf“ heute „nur noch ein Mal“ „letztes Mal“, und der Teufel in mir lächelt leise, weil er Zeit hat, nicht Moral.
Schreibe so viel, ist das noch normal? Aber dieses Papier wird mich nicht verurteilen, weil Tinte mich kurz rauszieht, denn mein Hirn ist mich am zerteiln. Also mache ich aus dem Schuldgefühl ‘ne Lampe im Nebel hier, bitter, ironisch, aber ehrlich. Ich bleib Mensch, andere Art von Tier.
Vielleicht rettet mich kein Held - doch ich gehe heute meinen Schritt. Und wenn die Welt schon dunkel spielt, schreib ich mir mein Licht damit